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Buchhandlung Nasobem muss schliessen

Das Nasobēm von Christian Morgenstern

Auf seinen Nasen schreitet
einher das Nasobēm,
von seinem Kind begleitet.
Es steht noch nicht im Brehm.

Es steht noch nicht im Meyer.
Und auch im Brockhaus nicht.
Es trat aus meiner Leyer
zum ersten Mal ans Licht.

Auf seinen Nasen schreitet
(wie schon gesagt) seitdem,
von seinem Kind begleitet,
einher das Nasobēm.

Das Nasobem von dem ich allerdings schreiben möchte, ist eine Buchhandlung respektive eine Kaffee-Buch-Bar im Herzen des Gundeliquartiers in Basel. Das Nasobem warb mit einem ausgesuchten Sortiment zu Themen wie Politik, Gesellschaft und Leben und dem Schwerpunkt Belletristik in Deutsch und Englisch. Persönliche Beratung und liebevolle Auswahl des Sortiments wurde dort immer gross geschrieben.

Nasobem

Per Ende Juni 2013 schliesst die Buchhandlung im Gundeli jedoch ihre Türen. Leider sei es nicht gelungen aus den roten Zahlen herauszukommen, so die Betreiber Franziska und Michael Freivogel.

Zwar habe sich das Nasobem in den letzten vier Jahren für viele zu einem zweiten Wohnzimmer entwickelt, dennoch sei es trotz knapper Kalkulation nicht gelungen, wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Zudem habe auch die politische Lage, unter anderem die Ablehnung der Buchpreisbindung, und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung zum Niedergang beigetragen.

Auch wenn Franziska Freivogel zum weinen ist, hat die 31-jährige Buchhändlerin ihren wunderbar trockenen Humor nicht verloren. Alles begann so viel versprechend. Gemeinsam mit ihrem Mann Michael setzte Franziska Freivogel vor vier Jahren ihren Traum in die Realität um und eröffnete ein eigenes Geschäft. Das Konzept war gut durchdacht. Ein Buchladen mit Treffpunktcharakter, Wohnzimmercharme und persönlicher Ausstrahlung. Ganz bewusst habe sie sich damals fürs Gundelquartier entschieden, meinte die gelernte Buchhändlerin, da das „Pep + No Name“ Jahre zuvor in die Innenstadt umgezogen war und es hinter dem Bahnhof keine Buchhandlung mehr gab. Ein Drittel der Einnahmen stammte aus der Gastronomie und war von Beginn an so kalkuliert. Doch der Umsatz reichte nicht aus, um die Personal- und Mietkosten zu decken.

Sie bedauern es sehr dass Freunde und Familie, die sie als Aktionäre unterstützt haben, Abstriche machen müssen. Wir hatten eine wunderbare Zeit hier, sagt Franziska Freivogel. Wehmut ? Sicher, aber dafür habe ich meinen Traum verwirklichen können.

Die Buchhandlung Nasobem wurde 2010 vom Verband der Schweizer Buchhändler als Newcomer des Jahres geehrt.